Hallo, hier sind die Gartentipps für Oktober!
Wer Süßkartoffel im Garten anbaut, wird sich wundern, warum sie bei der Ernte nicht so süß ist wie im Laden. Das liegt an der fehlenden Nachbehandlung. Durch das so genannte “Curing” wird die Stärke in Zucker umgebaut und die Süßkartoffel deutlich süßer. Dazu muss aber die Süßkartoffel für 5 – 7 Tage auf 25 °C hoch geheizt werden und diese Temperatur auch selbst erreichen – nicht nur in der Luft im Raum. Leider muss auch die Luftfeuchte über 80% sein. Optimal sind dafür warme Heizungskeller und dort ein paar flache Schüsseln Wasser für die Luftfeuchte ausstellen oder ein gut geheizter Raum mit gleichen Maßnahmen. Ist es wärmer z. B. 29 °C reichen 2 – 3 Tage und wenn es kühler als 25 °C ist, dauert es viel länger.
Das Gleiche funktioniert auch zum Süßen der Yacon, die sonst nur wie Möhre schmeckt – aber Achtung: die Yacon cann süßer als die Süßkartoffel werden.
Das Curing ist ein kann und kein muss – persönlich bevorzuge ich die weniger süße Süßkartoffel.
Die abgeblühten Pflanzen der 2-jährigen Nachtkerze sterben ab, aber die Sämlinge mit ihren Rosetten überdauern den Winter. Deren Wurzeln können geerntet und als gekochtes Wurzelgemüse gegessen werden. Früher wurden sie wegen der rosa Farbe beim Kochen als Schinkenwurzel bezeichnet. Die Ernte sollte vor dem Bodenfrost erfolgen.
Tief graben, wer Schwarzwurzeln ernten will
Damit die Wurzeln der Schwarzwurzel nicht abbrechen bei der Ernte, muss neben den Pflannzen der boden tief ausgehoben werden, dass die Wurzeln seitlich entnommen werden können. Schwarzwurzeln werden im Zitronen- oder Essigwasser geschält, da sie sonst an den Händen kleben und bei der Lagerung an der Luft schnell wieder braun werden.
Möhren ernten
Auch anderes Wurzelgemüse kann jetzt bald geerntet werden. Vor allem Möhren und Meerrettich sollten vor den Bodenfrösten aus der Erde und eingelagert werden. Wenn sie zu den ersten Bödenfrösten noch im Boden sind, ist das nicht so schlimm, da sie den Winter sowieso in der Natur draußen verbringen. Aber die Ernte wird dann schlechter werden und die Erntefenster schwierig, weil jede Berührung bei einer gefrorenen Wurzel immer zu einer matschigen Druckstelle führt. Dann muss gewartet werden, bis der boden frostfrei ist z.B. oft um Weihnachten.
Vor Bodenfrostbeginn sollte das Wurzelgemüse zum Treiben entnommen und im dunklen, kühlen Keller eingeschlagen werden. Je nach bedarf werden dann wurzeln entnommen, in eine Wasserschale ins Warme gestellt und mit einem Karton abgedunkelt. Dann treiben die Blätter hell und bitterstoffarm aus und können geerntet werden. Aus kräftigen Wurzeln werden mehr Blätter austreiben als aus schwachen.
Hüllblätter der Rosette können den ganzen Winter geerntet werden. Dazu sollte es aber frostfrei sein oder sie direkt gekocht werden, da auch sie matschen werden, wenn sie bei Frost berührt und gedrückt werden.
Es ist wichtig die Stämme der Bäume weiß zu streichen (am besten mit Kalk, der auch dünger ist und auch noch Pilzbesiedlung reduziert). Etwas (15 – 30%) Naturkautschuk- oder Latex-Bindemittel dazu reduziert das Abwaschen des Anstriches. Durch die Weiße Farbe wird Sonnenlicht im Winter vom Stamm weg reflektiert und schützt so vor Frostrissen. Wie das? Wenn der Stamm im Januar und Februar durch die schon starke Sonne zu warm wird, wird er Saft aus der Wurzel nach oben schieben, weil er
den Frühling erwartet. Wenn es dann nachts kalt wird, gefriert dieser Saft und der Stamm reißt auf. Dann können dort Schadpilze eindringen und den Baum schwächen oder abtöten. Wenn der Stamm durch die Reflektion nicht erhitzt wird, wird es auch keine Frostrisse geben.
Bodenproben im Winter nehmen
Der Winter ist optimal für Bodenprobenentnahme, da der Boden in Ruhe ist – das Bodenleben ist wechselwarm und macht nicht viel im Winter. Dadurch werden entnommene Proben nicht verfälscht. Denn wenn das bodenleben im Sommer durch die Wärme draußen und außerhalb des Bodens sehr aktiv ist, ändert sich die Nährstoffzusammensetzung der Probe zügig. Ein guter
Rückschluss auf den Bodenzustand ist da schwer möglich. Im Winter geht es besser. Nehmen Sie Mischproben von mehreren Stellen im Beet entsprechend der Fruchtfolge, um zu sehen, zu welcher Kultur Sie düngen müssen. Entnehmen sie aus 30 cm Tiefe ohne offensichtliche Auflageschichten aus Mulch, da dies die Probe verzerrt. Wichtig ist die Analyse auf Phosphor, Kalium und pH-Wert. Im Garten ist eher zu viel als zu wenig Stickstoff und diese teure Probe kann meist weg gelassen werden.
Volker Croy
Volker ist gelernter Zierpflanzengärtner und Gartenbauingenieur. Er betreibt sein Gartenbau-Ingenieurbüro, das Forschung, Entwicklung, Beratung und Gestaltung im Gartenbau auf wissenschaftlichem Niveau anbietet.